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<title>Rainer Probst</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rainer Probst</span></h1>
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<p><b>Rainer Josef Probst</b> (* <a href="14._Dezember" title="14. Dezember">14. Dezember</a> <a href="1941" title="1941">1941</a> in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>; † <a href="14._November" title="14. November">14. November</a> <a href="2004" title="2004">2004</a> in <a href="Mainz" title="Mainz">Mainz</a>) war ein deutscher <a href="Malerei" title="Malerei">Maler</a>, <a href="P%C3%A4dagoge" title="Pädagoge">Pädagoge</a> und Schulpolitiker in der <a href="Pfalz_(Region)" title="Pfalz (Region)">Pfalz</a> und <a href="Rheinhessen" title="Rheinhessen">Rheinhessen</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Werk">Leben und Werk</h2></div>
<p>Seine Eltern waren der aus einer Mainzer Juristenfamilie stammende Oberregierungsdirektor Franz Lothar Maria Probst und Gertrude Probst, geb. Zahn. Nach einer laut eigenen Aussagen traumatisierenden Kindheit, in der er sechs Monate interniert war und aus Wien flüchten musste, lebte er in größter Armut mit seiner Mutter in <a href="Bermersheim_vor_der_H%C3%B6he" title="Bermersheim vor der Höhe">Bermersheim vor der Höhe</a>. Das Mainzer Elternhaus der Familie wurde im Krieg zerstört. Erst mit der Rückkehr seines Vaters aus der Kriegsgefangenschaft und der Übersiedlung nach <a href="Neustadt_an_der_Weinstra%C3%9Fe" title="Neustadt an der Weinstraße">Neustadt an der Weinstraße</a> im Jahre 1953 verbesserte sich die Lebenssituation allmählich.
</p><p>Die eigenen traumatischen Erlebnisse im Laufe der letzten Kriegsjahre sowie die Zeit danach, sowie die intensive zeitgeschichtliche Auseinandersetzung mit den Kriegsfolgen, die er durch seinen Vater und dessen Freunde erfuhr, wie z. B. <a href="Emil_Heinrich_Darapsky" title="Emil Heinrich Darapsky">Emil Heinrich Darapsky</a> und Josef Nikodemus, die im Dritten Reich Widerstand leisteten, prägten ihn früh und nachhaltig.
Derart geprägt wurde er im damaligen Schulsystem bald zum Schulverweigerer. Auch ein Wechsel vom Gymnasium in Neustadt an ein privates Gymnasium in <a href="Mannheim" title="Mannheim">Mannheim</a> schuf in dieser Hinsicht keine Abhilfe. Das Lehrpersonal vertrat, wie es Rainer Probst formulierte, zu häufig die Mentalität und die Ansichten aus der Zeit des Dritten Reiches.
</p><p>Er brach die Schule vor der Abiturprüfung ab und bewarb sich zum Kunststudium an der Freien Akademie Mannheim bei <a href="Paul_Berger-Bergner" title="Paul Berger-Bergner">Paul Berger-Bergner</a>, den er schon bald als Mentor gewinnen konnte. Berger-Bergner gehörte zum Kreis der „<a href="Expressiver_Realismus" class="mw-redirect" title="Expressiver Realismus">Expressiven Realisten</a>“ in Dresden (1890–1914), die später als „<a href="Entartete_Kunst" title="Entartete Kunst">entartete Künstler</a>“ Ausstellungsverbot erhielten.
</p><p>Nach dem ersten Ausbildungsjahr in Mannheim wechselte er zur Kunstakademie <a href="Saarbr%C3%BCcken" title="Saarbrücken">Saarbrücken</a>, an der er seine Grundlehre bei <a href="Oskar_Holweck" title="Oskar Holweck">Oskar Holweck</a> absolvierte. Anschließend kehrte er nach Mannheim zurück. Prof. Berger-Bergner machte ihn mit den Werken von <a href="Paul_C%C3%A9zanne" title="Paul Cézanne">Cezanne</a>, <a href="Max_Beckmann" title="Max Beckmann">Beckmann</a>, <a href="Oskar_Kokoschka" title="Oskar Kokoschka">Kokoschka</a> und den verschollenen Künstlern der <a href="Dresdner_Sezession" title="Dresdner Sezession">Dresdner Sezession</a> bekannt. 1964 schloss er sein Kunststudium als Meisterschüler ab. Anschließend machte er eine Ausbildung zum musisch-technischen Fachlehrer, die er mit der Lehrbefähigung für alle Schularten abschloss. Von nun an liefen künstlerische Tätigkeit, politische Tätigkeit und Lehrtätigkeit parallel.
Rainer Probst verstarb am 14. November 2004 in Mainz. Er war verheiratet mit Ulrike Dickhaus<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Vater einer Tochter. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk an Gemälden in privater und öffentlicher Hand. Seine bildungspolitischen Ansichten fanden Eingang in die Einführung von <a href="Integrierte_Gesamtschule" title="Integrierte Gesamtschule">Integrierten Gesamtschulen</a> in Rheinland-Pfalz.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Politisches_Wirken">Politisches Wirken</h3></div>
<p>Als langjähriges Mitglied der <a href="SPD" class="mw-redirect" title="SPD">SPD</a> trat er wie die Bundestagsabgeordneten <a href="Karl-Heinz_Hansen" title="Karl-Heinz Hansen">Karl-Heinz Hansen</a> und <a href="Manfred_Coppik" title="Manfred Coppik">Manfred Coppik</a> aus Protest gegen die Verabschiedung des <a href="NATO-Doppelbeschluss" title="NATO-Doppelbeschluss">NATO-Doppelbeschlusses</a> vom 12. Dezember 1979 durch die sozialliberale Regierung von Helmut Schmidt aus der SPD aus.
</p><p>Er und seine Frau Ulrike Dickhaus gehörten zu den Gründungsmitgliedern der Partei DS (<a href="Demokratische_Sozialisten" title="Demokratische Sozialisten">Demokratische Sozialisten</a>) beim 1. Parteitag am 28. November 1982 in Münster, wie auch der „<a href="Die_Friedensliste" title="Die Friedensliste">Friedensliste 84</a>“, ein Wahlbündnis linker Parteien und Personen, die sich gegen eine Stationierung von <a href="Mittelstreckenraketen" class="mw-redirect" title="Mittelstreckenraketen">Mittelstreckenraketen</a> in Europa wendeten und für eine Verständigung der beiden Machtblöcke im Kalten Krieg votierten.
Rainer Probst war aktives Mitglied der „<a href="K%C3%BCnstler_f%C3%BCr_den_Frieden" title="Künstler für den Frieden">Künstler für den Frieden</a>“, eine Vereinigung von über 200 Schauspielern, Musikern und bildenden Künstlern, die von 1981 bis 1983 vier große Konzerte gegen Aufrüstung und Krieg veranstalteten.
1993 trat er der <a href="Partei_des_Demokratischen_Sozialismus" title="Partei des Demokratischen Sozialismus">PDS</a> bei und vertrat 2000–2002 als einer der Sprecher die rheinland-pfälzischen Mitglieder im Parteirat.
Ab 2003 arbeitete er als Mitglied der Bundeskommission am Entwurf des neuen Parteiprogramms bei den Punkten „Bildung“ und „Kunst“ maßgeblich mit. Die Verabschiedung auf dem Parteitag 30./31. Oktober 2004 in Potsdam konnte er nur noch vom Krankenbett verfolgen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Bildungspolitisches_Wirken">Bildungspolitisches Wirken</h4></div>
<p>Nach ersten Jahren als Kunstpädagoge in baden-württembergischen Schulen wechselte er 1971 nach Rheinland-Pfalz, wo er an den Realschulen in <a href="Mutterstadt" title="Mutterstadt">Mutterstadt</a> und <a href="Frankenthal_(Pfalz)" title="Frankenthal (Pfalz)">Frankenthal</a> unterrichtete. Sein erklärtes politisches Ziel war die Veränderung des „separierenden Schulsystems“, das zehnjährige Kinder bereits in drei Stufen separierte. Daher beteiligte er sich von 1981 an am Aufbau der integrierten Gesamtschule in Rheinland-Pfalz. Er begründete das Wahlfach „Kunsthandwerk – Handwerkskunst“. Auf seine Initiative hin bekamen die Integrierten Gesamtschulen IGS 1993 eine eigene Personalvertretung. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung 2003 arbeitete er als Vorsitzender des Hauptpersonalrats IGS am Bildungsministerium in Mainz weiter an der Entwicklung und dem Fortbestehen der Integrierten Gesamtschulen in Rheinland-Pfalz. Als Anerkennung seiner Lebensleistung hielt die damalige rheinland-pfälzische Bildungsministerin <a href="Doris_Ahnen" title="Doris Ahnen">Doris Ahnen</a> im Jahr 2003 die Eröffnungsrede der großen Retrospektive seines malerischen Werks, die aus Anlass seiner Pensionierung stattfand.<sup id="cite_ref-GEW_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-GEW-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Malerisches_Werk">Malerisches Werk</h3></div>
<p>Probst schuf Bilder mit bedrängenden Themen der Menschheit: Krieg, Protest, Umweltzerstörung. Großformatig und im expressiven Duktus künden sie vom Leid der Menschen und fordern Stellungnahme des Betrachters. Sein Hauptwerk allerdings umfassen seine Stillleben. Eine introspektive Sicht auf Dinge des Alltags lassen dabei Bezüge zu <a href="Giorgio_Morandi" title="Giorgio Morandi">Giorgio Morandi</a> und der „<a href="Pittura_metafisica" title="Pittura metafisica">Pittura metafisica</a>“ erkennen. Sparsamkeit der Objekte, der verwendeten Farben, der Behandlung des umgebenden Raumes führen den Betrachter schnell über das sinnlich Wahrgenommene hinaus in eine zweite transzendente Ebene. Die bevorzugte Beschäftigung mit den Farben Weiß und Schwarz in seinem Spätwerk verstärken diesen Bezug zum Übersinnlichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausstellungen">Ausstellungen</h2></div>
<ul><li>1965–1987: Teilnahme an Gruppenausstellungen im Rhein-Neckar-Raum u. a. Kunsthalle Hackmuseum Ludwigshafen, Neustadt/Wstr., <a href="Villa_Streccius" title="Villa Streccius">Villa Streccius</a> Landau, Pfalzpreisausstellungen 1986 und 1989 in Kaiserslautern. Landeskunstausstellungen 1989 in Trier und 1992/1993 in Mainz – Ankauf Landesmuseum RLP. Mehrere Einzelausstellungen im Rhein-Neckarraum.</li>
<li>1998: Kunstausstellung und Dokumentation: <a href="J%C3%BCdischer_Friedhof_Dalsheim" title="Jüdischer Friedhof Dalsheim">Jüdischer Friedhof Dalsheim</a></li>
<li>2002: Blickachse Worms</li>
<li>2003: Retrospektive „Protest und Poesie“ in <a href="Fl%C3%B6rsheim-Dalsheim" title="Flörsheim-Dalsheim">Flörsheim-Dalsheim</a></li>
<li>2004: „Poesie des Alltäglichen“ in Nierstein</li>
<li>2005: Retrospektive GEW Worms</li>
<li>2009: Ausstellung zum 5. Todestag: „Brot und Rosen“, Kunstverein Worms</li>
<li>2011: Politische Bilder. Café Vienna, Mannheim</li>
<li>2013: „Vor der Mauer“, Wormser Kulturzentrum</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur-_und_Bildhinweise">Literatur- und Bildhinweise</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Literatur">Literatur</h3></div>
<ul><li><i>Heimatjahrbuch des Kreises Alzey-Worms</i> 2006, S. 40–42.</li>
<li><i>Rainer Probst – Brot und Rosen. Retrospektive 1961–2004.</i> Katalog. Kunstverein Worms 15. November 13. Dezember 2009. Worms 2009.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><i>Rainer Probst – „Vor der Mauer“.</i> Katalog zur Ausstellung im Wormser Kulturzentrum vom 1. bis 29. November 2013, in der Reihe „Kunst im Wormser“.</li>
<li><i>Paul Berger – Bergner und seine Schüler.</i> Katalog. Städtische Kunsthalle Mannheim, 11. Mai bis 10. Juni 1979.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bildhinweise">Bildhinweise</h3></div>
<ul><li>Katalog zum Pfalzpreis Kaiserslautern 1986 in der <a href="Pfalzgalerie_Kaiserslautern" class="mw-redirect" title="Pfalzgalerie Kaiserslautern">Pfalzgalerie Kaiserslautern</a></li>
<li>Katalog zum Pfalzpreis Kaiserslautern 1989 in der Pfalzgalerie Kaiserslautern</li>
<li>Katalog zur Landeskunstausstellung Rheinland-Pfalz, Trier 1989</li>
<li>Katalog zur 10. Landeskunstausstellung 1992 Landesmuseum Mainz</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rainerprobst.de/">Website zu Rainer Probst</a></li>
<li><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://deadurl.invalid/http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.gew-rlp.de</span><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf"><i>Politik und Poesie.</i></a> <small>(Seite nicht mehr abrufbar. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">Suche in Webarchiven</a>)</small> In: <i>GEW-Zeitung Rheinland-Pfalz</i>, 7–8/2003, S. 32. (PDF-Datei, 639 kB.)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20150628230314/http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/vom-schnee-umhuellte-grabsteine_13591048.htm">Wormser Zeitung vom 26. Juni 2015</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 28. Juni 2015 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), abgerufen am 26. Juni 2015</span>
</li>
<li id="cite_note-GEW-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-GEW_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>GEW-Zeitung</i>, 07–08/2003, S. 32. <span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://deadurl.invalid/http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.gew-rlp.de</span><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">(PDF-Datei, 620&nbsp;kB, abgerufen am 15. Juni 2015)</a> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.gew-rlp.de/html/presse/gew_zeitung/upl/GEW_Zeitung_2003_07_08.pdf">Suche in Webarchiven</a>)</small></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://kunstverein-worms.de/wordpress/ueber-uns/publikationen/"><i>Publikationen</i></a> auf der Website des Kunstvereins Worms, abgerufen am 16. Juni 2015.</span>
</li>
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